Astrolabien

Arabisches Astrolabium

Das Astrolabium stellt ein Erde-Himmel-Modell dar mit feststehender Erde und sich drehendem Sternhimmel. Dies entspricht der geozentrischen Weltvorstellung des Ptolemaios (ca. 150 AD).Die vollständige Bezeichung "Astrolabium planisphaerium" weist auf das Hauptproblem hin, nämlich die Darstellung der Himmelskugel auf einer Ebene. Dazu dient die stereographische Projektion aus dem Himmels-Südpol, welche die Himmelskreise auf eine senkrecht zur Himmelsachse stehende Ebene wirft. Das klassische Astrolabium besteht aus folgenden Teilen: Der Grundkörper (mater) hat die Form einer flachen, runden Büchse. Am erhöhnten Rand (limbus) ist die Aufhänge-Einrichtung befestigt. Die Vertiefung der mater dient zur Aufnahme der Einlagescheiben sowie der darüber drehbar angebrachten Sternkarte (rete) mit exzentrischem Ekliptik-Kreis und Sternspitzen. Die Rückseite trägt meist Kalender- und Ekliptik-Kreis und eine 360°-Teilung am Rand. Darüber dreht sich der Doppelzeiger (alhidade) mit Visurplättchen. Diese Einrichtung erlaubt die Messung von Höhenwinkeln. Hauptaufgabe des Astrolabiums ist die Zeitbestimmung: Die Höhe eines Gestirns wird gemessen und die rete so gedreht, dass das Gestirn den entsprechenden Höhenkreis der Einlagescheibe trifft. Am Rand des Instruments (mit der 2 x 12 Stunden-Teilung) kann die wahre Ortszeit abgelesen werden. Instrumente


Geschichte des Astrolabiums

Das "Astrolabium planisphaerium" genannte Gerät ist seit der Spätantike bekannt. Es ermöglicht astronomische und astrologische Berechnungen und Beobachtungen und dient als Demonstrationsgerät. Die mathematischen/astronomischen Grundlagen des Instruments schufen griechische Gelehrte noch vor der Zeitwende (Apollonius, ca. 200 BC, und Hipparchos, ca. 150 BC). Die ältesten erhaltenen Texte über das Astrolabium stammen von Johannes Philoponos, ca. 550 AD, und Severus Sebokth, ca. 600 AD (in syrischer Sprache). Ob der berühmteste Astronom des Altertums, Ptolemaios, ca. 150 AD, das Instrument kannte, bleibt leider ungewiss. Möglich wäre es immerhin. Die ältesten auf uns gekommene Astrolabien stammen aus dem 10. Jahrhundert und wurden in Persien hergestellt, während Instrumente aus dem lateinischen Europa erst aus dem 13./14. Jahrhundert erhalten sind. Grossartige Astrolabien entstanden in der Renaissance (Arsenius, Habermel). In Gebrauch blieb das Gerät weit über die kopernikanische Wende hinaus bis ins 18. Jahrhundert, im arabischen Kulturbereich wohl noch hundert Jahre länger.